Depressionen: Was Deutsche darüber nicht wissen und wie man sie erkennt

Sie kennen es vielleicht auch: Jeder leidet mal unter einer schlechten Phase, in der man sich ausgelaugt und müde fühlt. Doch wie erkennen Sie, dass eine Depression im Anmarsch ist? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Anzeichen richtig deuten, und was Sie noch nicht über die Volkskrankheit Depressionen wissen.

Charakterschwäche und genetische Vorbelastung

Eines wird in Deutschland ganz klar unterschätzt: Äußere Umstände und sehr belastende Ereignisse werden als Hauptauslöser von Depressionen genannt. Doch eigentlich spielt die genetische Veranlagung eines Menschen eine viel größere Rolle bei der Entstehung von Depressionen. Traumatische Erfahrungen im Kindesalter, wie beispielsweise ein Missbrauch oder körperliche Eigenschaften, können Depressionen eher auslösen, als es plötzliche Schicksalsschläge tun.

In einer Umfrage für das „Deutschland-Barometer-Depression“, wussten etwa 63% der Befragten, dass genetisch vorbelastete Menschen eher an Depressionen erkranken. Den Psychiater Ulrich Hegerl verwundert allerdings nicht, dass eher äußere Umstände als Auslöser für Depressionen genannt werden. Schließlich nehme man als Betroffener der Krankheit alles noch viel schlimmer wahr, als es eigentlich sei. Stress auf der Arbeit bekomme viel mehr Gewicht, wenn schon eine Depression bestünde.

Wer nur äußere Umstände als Auslöser für Depressionen annimmt, geht davon aus, dass sich nur bestimmte Bedingungen ändern müssten um aus der Depression zu kommen. Doch den Job zu kündigen und in den Urlaub zu fahren, wird die Krankheit nicht heilen.

31% der Befragten gingen sogar davon aus, Depressionen seien nur eine Charakterschwäche. Sogar etwa 18% der Betroffen sind dieser Meinung. Etwa 19% der Befragten gehen davon aus, dass sich Erkrankte einfach zusammenreißen sollten.

Tatsächlich gibt es in Deutschland jährlich über 5 Millionen Menschen, die an Depressionen erkranken. Häufiger erkranken Frauen an Depressionen. Etwa 10000 Suizide im Jahr werden auf die Krankheit zurückgeführt.

Die Anzeichen und Ursachen einer Depression

Depressionen können jahrelang andauern und sind nicht nur ein Stimmungstief: Verzweiflung und Antriebslosigkeit im Alltag trüben das Leben. Dazu kommen meist andere Beschwerden, die es Betroffenen schwer machen: Magen-Darm-Probleme, Schlafstörungen, Angstanfälle und Kopfschmerzen sind meist Begleiterscheinungen einer Depression.

Ein typisches Anzeichen einer Depression ist das plötzliche Fehlen von Interesse an Freunden, Job und Freizeitaktivitäten. Die Begeisterungsfähigkeit, Freude und Konzentration gehen zurück. Betroffene leiden meist unter fehlender Empathie, also fällt es ihnen schwer, Einfühlungsvermögen zu beweisen. Außerdem ziehen sie sich von anderen Menschen zurück, sagen Treffen ab und pflegen insgesamt ihre sozialen Kontakte weniger.

Es gibt vielfältige Ursachen für Depressionen: Meist sind es biologische, psychologische und soziale Ursachen, die bei dieser Krankheit zusammenspielen. Doch entscheidend dabei ist die, schon erwähnte, genetische Vorbelastung. Meist sind es Störungen im Stoffwechsel des Gehirns, die für eine Depression verantwortlich gemacht werden. Auch Psychosen, Diabetes, Demenz und Probleme der Schilddrüse können dahinterstecken. Auslöser können Stress, Trauer, Einsamkeit oder ein Mangel an Schlaf und Licht sein.

Um die genauen Ursachen herauszufinden, sollte allerdings ein Arzt zu Rate gezogen werden. Dauert die Verstimmung mehr als 4 Wochen an, empfiehlt sich in jedem Fall ein Besuch beim Hausarzt des Vertrauens. Nur er kann beurteilen, ob professionelle Hilfe und Unterstützung durch Therapeuten und Psychologen benötigt werden. Je schneller die Depressionen behandelt werden, desto einfacher sind sie zu heilen. Bei sehr schwerwiegenden Depressionen, wird ein Aufenthalt in einer spezialisierten Klinik empfohlen.

Wenn Sie unter depressiven Verstimmungen leiden und keinen Ausweg sehen, sollten Sie unverzüglich einen Arzt konsultieren.

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