Bier, Schnaps, Wein: Schon kleine Mengen verkürzen das Leben

Ein Glas Wein am Tag schadet nicht und soll gesund sein? Leider ist das nicht der Fall. Laut einer Studie sind auch schon geringe Mengen Alkohol schädlich für uns Menschen und sollen die Lebenszeit verkürzen. Die Studie empfiehlt die bestehenden Werte drastisch zu korrigieren. Nur unter Umständen kann das Glas Wein am Abend doch noch getrunken werden.

Alkoholkonsum verantwortlich für kurzes Leben

Ein internationales Forscherteam berichtete jetzt im Fachblatt „The Lancet“, dass die Richtwerte von Alkoholkonsum in Deutschland und vielen weiteren Ländern zu hoch seien. Eine Studie zeigte, dass etwa 100 Gramm reinen Alkohol in der Woche schon die Lebenserwartung drastisch verkürzen und das Risiko für Herzerkrankungen steigern kann. Dabei entsprechen 100 Gramm gerade mal einem Liter Wein oder 2,3 Litern Bier.

Die Richtlinien in Deutschland sind, laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, 70 Gramm Alkohol für Frauen und 140 Gramm für Männer. Doch Deutsche konsumieren um einiges mehr an Alkohol. Im Schnitt würden wir, laut einer Studie, über 15 Jahre circa 11 Liter reinen Alkohol im Jahr trinken. Das entspricht also 165 Gramm Alkohol pro Woche.

Das internationale Forscherteam kam nach dem Überprüfen von einigen Studien aus verschiedenen Ländern nun zu dem Entschluss, dass ab einer Menge von 100 Gramm Alkohol in der Woche, die Lebenserwartung bei Frauen und Männer verkürzt wird. Bei 40-Jährigen sinke die Lebenserwartung um etwa sechs Monate, wenn diese pro Woche 100 – 200 Gramm konsumieren würden. Sie sinke um etwa ein bis zwei Jahre, wenn pro Woche 200 – 350 Gramm konsumiert würde, und um vier bis fünf Jahre, wenn pro Woche mehr als 350 Gramm konsumiert würde.

Die Studie zeigte außerdem, dass „Binge-Drinking“, was bei Jugendlichen sehr beliebt ist, äußerst gefährlich für die Gesundheit ist. Hemmungsloses Betrinken, auch unter dem Begriff Komasaufen bekannt, haben schon fast 17% der 12- bis 17-Jährigen betrieben. Dies habe nachhaltig negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen.

Nach dieser Studie sollen die Richtwerte nun nochmal überdacht werden und im besten Fall nach unten korrigiert werden.

Negativer Einfluss von Alkoholkonsum überwiegt

Laut Angaben der Studie, wäre ein Glas Rotwein oder ein Feierabendbier unter der Woche also völlig in Ordnung. Mehr darf es dann aber nicht mehr sein.

Trotzdem: Die negativen Aspekte von Alkohol überwiegen: Hoher Alkoholkonsum kann nicht nur Alkoholismus beeinflussen, sondern auch ein höheres Risiko für Schlaganfälle, Bluthochdruck und Herzprobleme verursachen. Alkoholkonsum ist generell mit einem Risiko verbunden. Vor allem bei Frauen erhöht sich das Risiko für Brust-, Mund- und Speiseröhrenkrebs.

Laut dem Statistischen Bundesamt sind es 17 Krankheiten, die mit dem Konsum von Alkohol stark in Verbindung stehen. Die Studie zeigt, dass es besser wäre, wenig zu trinken. Ein hoher Konsum bringe nur Negatives mit sich – ein positiver Einfluss wird damit nicht einhergehen.

Auch andere Studien beschäftigten sich mit dem Thema und stellten fest, dass auch der sozioökonomische Status eines Menschen eine große Rolle bei Alkohol spielt. Menschen, die eine bessere finanzielle Lage haben und sich eine gute medizinische Versorgung leisten können, hätten bessere Chancen nicht an schlimmen Folgen von Alkohol zu erkranken.

Diese Faktoren wurden in der Studie allerdings nicht berücksichtig. Deswegen sollten Sie Ihren Alkoholkonsum so niedrig wie möglich halten, um das Risiko, an den genannten Erkrankungen zu leiden, zu senken. Auch Sport und eine gesunde Ernährung erhöhen die Chancen, auf ein langes, gesundes Leben.

Schreibe einen Kommentar